Erlebnisbericht von Karsten: Sizilienrundfahrt 1000km 13000hm
Eine Rundfahrt mit dem Rennrad um die größte Mittelmeerinsel im April 2010
Am Donnerstag, dem 15.04.2010 war in KarlsruheTreffpunkt zunächst für die Reise nach Genua um von dort aus mit der Mittelmeerfähre nach Sizilien zu fahren.
Auf Sizilien erwartet uns eine anspruchsvolle Rennradtour mit Etappenlängen zwischen 80 und 160 km und bis zu 3.000 Höhenmetern. Auf den 1.000 Kilometern umrunden wir fast die ganze Insel und überqueren dabei den bekanntesten noch aktiven Vulkan Europas den Ätna.
Schon die Fahrt mit der Fähre ist ein Erlebnis. Nachdem sich der Regen verzogen hat, können wir die Sonne an Deck über dem tiefblauen Mittelmeer genießen.
Die Sicht von der Fähre liefert uns schon einen ersten Vorgeschmack auf die Landschaft und die majestätischen Felsformationen Siziliens.
Der Blick zum Himmel Richtung Norden, lässt zumindest vom Wetter her nichts Gutes für den folgenden Tag erwarten.
Es steht mit 160km die längste Etappe auf dem Programm.
Und tatsächlich ein Blick am nächsten Morgen aus dem Hotel bestätigt die Vorahnung. Es hatte angefangen so richtig schön zu regnen.
So geht es also mit wetterfester Kleidung weiter Richtung Südosten entlang der Küste, über Marzara und Menfi bis Agrigento.
Den Besuch des berühmten Tales der Tempel, wo die Überreste des mächtigen griechischen Akragas zu besichtigen sind, lassen wir ausfallen.
Das Trocknen der Sachen und Trinken eines heißen Tees erscheint uns wichtiger.
Entlang des Golfo di Castellammare, mit den mächtigen Küstengebirgen im Rücken, geht es über Trapani, weiter bis Marsala, der Hauptstadt des sizilianischen Weinbaus.
Der Frühling hatte am Strand von Marsala schon lange Einzug gehalten. Mit kräftigen Farben erhellen die Blumen auch ohne die Sonne den Abend.
Unter der tiefstehenden Sonne Siziliens geht es von Parlermo zu unserem Startpunkt der Rennradtour nach Terrasini.
Am nächsten Tag brechen wir, nach einem kurzen Blickauf die Landkarte, zu unserem Rennradabenteuer auf.
Der nächste Tag empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein. Rennradgenuß pur: Blumen, Frühlingsduft, Sonne und Meer.
Entlang der wenig besiedelten Südküste und vorbei an vielen Badestränden, vereinzelten Wein und Olivenfeldern fahren wir heute die 110km lange Strecke bis Punta Braccetto. Es sind bereits einige steilere Anstiege zu überwinden, so daß an diesem Tag 1750hm zusammenkommen.
Das Mittelmeer präsentiert sich am Abend von seiner stürmischen Seite. Es ist faszinierend diese Naturgewalten zum Ausklang des Tages zu beobachten.
Die 4. Radetappe von Punta Braccetto nach Siracusa ist 123 km lang und es sind 1.900hm zu überwinden.
Es geht ins Landesinnere und die Steigungen werden etwas länger. Durch Scicli und das barocke Modica, das auf knapp 500m Höhe liegt fahren wir weiter zum Bergstädtchen Palazzolo Acreide und wieder hinunter auf Meershöhe bis Siracusa.
Am Abend sehen wir uns die sehr interessanten Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Durch beschauliche schmale Gassen gehen wir zu Fuß bis zum Hafen und genießen bei untergehender Sonne den Ausblick zum Meer.
Die 5. Radetappe bringt uns heute wieder entlang des wunderschönen Anapo Flusses, größtenteils durch Orangen und Zitronenplantagen, über die Bergstädte Sortino und Lentini bis zur quirligen Metropole Catania.
Von der Mittagsstelle aus ist in der Ferne bereits schemenhaft das gewaltige Bergmassiv des Ätna zu sehen. In Catania können wir am Nachmittag die historische Altstadt mit seinen eindrucksvollen Gebäuden besichtigen.
Die Königsetappe Catania - Ätna - Bronte 110km 3100hm
Die großte Herausforderung der Sizilientour, der 30km lange Anstieg zum Ätna, steht auf dem Programm.
Einmal dem Verkehr von Catania entflohen, zieht sich der Südanstieg zum Ätna, einsam über Lavafelder, von Meereshöhe bis auf fast 2000m.
Oben auf dem Cantoniera d’Etna, dem Startpunkt für alle Besichtigungen des Vulkans und unserem höchsten Punkt bietet die Sicht auf das Lavagestein einen märchenhaften Kontrast zum Schnee.
Nach einem kurzen Zwischenstop geht es dann wieder Bergab und wir umrunden auf schönen und einsamen Straßen diesen berühmten Vulkan.
Auf der SS 120, einer der schönsten Panoramastraßen Siziliens geht es am nächsten Tag weiter durchs Landesinnere über sanfte Hügel und entlang der Nationalparks Nebrodi und Madonie, über die malerisch gelegenen Städte Nicosia und Castelbueno, bis zum Badeort Cefalu.
Unsere letzte Etappe führt entlang der Nordküste, über Termini Imerese und die ürsprünglichen Fischerstädtchen Porticello und Aspra bis hinein in Siziliens faszinierende Hauptstadt Palermo.
Auf dem Weg dorthin wird noch mal ordentlich Tempo gemacht. Wir wollten eigentlich auf dieser Strecke endlich mal alle zusammen bleiben. Das war dann offensichtlich ziemlich schnell vergessen worden.
Das Navigationsgerät hat uns auf der Strecke begleitet und sicher zum Ziel bis Palermo gebracht. Voller Freude stoßen wir traditionell mit Sekt auf diese schöne und erlebnisreiche Rennradtour an.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei Andrew mit seiner Firma Velotravel für die perfekte Organisation der Tour bedanken und freuen uns schon auf weitere Erlebnisreisen mit dem Rennrad.
Bevor es mit der Fähre wieder Richtung Heimat geht, haben wir noch reichlich Gelegenheit Palermo zu besichtigen.
Auf Wiedersehen Sizilien...