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Erlebnisbericht von Karsten: Sardinienrundfahrt 1000km 11300hm
Es war wieder mal soweit. Ein Radsporturlaub vom Feinsten lag vor uns. Diesmal wollen wir mit dem Rennrad eine weitere wunderschöne Mittelmeerinsel umrunden. 1000 erlebnisreiche Kilometer sind zurückzulegen und dabei 11300hm zu überwinden.
Zunächst einmal geht es aber mit dem Kleinbus nach Italien zur Fähre. Mit der "Moby" fahren wir dann in der Nacht nach Sardinien zur Hafenstadt Olbia. Ein grandioser Sonnenaufgang auf dem Meer kurz vor der Ankunft im Hafen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß es doch im Monat März auch auf Sardinien ziemlich kalt und windig sein kann.
Uns bleibt also nichts anderes übrig, als mit warmen Sachen die erste Etappe von Olbia nach Santa Teresa in Angriff zu nehmen. Der Wind weht unglaublich stark und Jana ist wohl heute nicht besonders traurig, daß sie wegen ihrer Verletzung an der Hand nicht mitfahren kann.
Wir kämpfen uns durch den Wind bis Capo d' Orso, dem sogenannten "Bärenkap".
Hier werden wir mit Sonnenschein und einem phantastischen Meerblick entschädigt:
Sardinienrundfahrt 2009
Am Abend erreichen wir Santa Teresa. Hier sind wir bereits am nördlichsten Teil der Insel angelangt und können von dort die 2800m hohen Gebirgsmassive der 12km entfernten Nachbarinsel Korsika beobachten. Ein beeindruckender Anblick. Bei Meeresrauschen und rötlichem Himmel von der untergehenden Sonne können wir richtig schön entspannen - ein schöner Urlaub !
Die zweite Etappe ist mit 160km die längste der Tour. Sie führt uns zur historischen Altstadt von Alghero. Eine sehenswerte Stadt mit vielen mittelalterliche Baudenkmälern.
Dicke Mauern umschließen die Altstadt, die auf einem Felsvorsprung liegt. Schmale Gassen und Steinstufen führen zu den Plätzen und Kirchen.
Am Abend beobachten wir, bei einem schönen Glas Bier, noch den Sonnenuntergang. Der rötliche Himmel hüllt die historische Altstadt von Alghero märchenhaft ein.
Das sind gute Vorboten für jede Menge Sonnenschein am nächsten Tag. Wir freuen uns deshalb schon auf die nächste Etappe von Alghero nach Cabras.
Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir am nächsten Tag an der Küste entlang. Die Blumen am Wegesrand stehen in voller Blüte. Es riecht überall nach Frühling. Das Ziel ist heute nach nur 113km schnell erreicht.
In der Nähe von Cabras kehren wir in ein schön ländlich gelegenes Hotel ein. Jana wartet unter der Palme schon auf uns und genießt bereits das Feierabendbier.
Am Abend steht dann noch etwas Kultur auf dem Programm - wir besuchen die Ausgrabungsstätte Tharros.
Auf der vierten 142km langen Etappe von Cabras nach Portoscuso geht es das erste mal durch ein kleines Gebirge.
Wunderschöne Serpentinen und Straßen mit erstklassigem Asphalt führen uns zu einem weißen Traumstrand.
Von der Küstenstraße aus bietet sich immer wieder ein traumhafter Ausblick aufs Meer. Das Meer präsentiert sich hierbei in verschiedenen Farben - von türkisblau bis smaragdgrün.
Ungefähr 23km vor dem Ziel geht es dann noch einmal mit Höchstgeschwindigkeit eine steile Abfahrt hinunter. Am Ende der Abfahrt lauert eine scharfe Kurve - die Bremsen müssen Schwerstarbeit leisten.
Das Hotel in Portoscuso mit Meerblick, bietet uns am Abend gepflegte Gastlichkeit.
Ein ausgiebiges Abendessen soll die notwendige Energie für die morgige fünfte Etappe liefern.
Die Natur ist auf unserer fünften Etappe an Schönheit wohl kaum noch zu überbieten. Wir haben mittlerweile den Süden Sardiniens erreicht. Auf den Straßen fahren nur ganz selten Autos, die Sonne scheint und es ist fast windstill - ein Traum für jeden Radsportler.
Bis zur Mittagspause waren es heute zwar etwa 10km mehr als geplant, für so eine schöne Mittagsstelle radelt man aber gerne etwas länger.
10km vor Gagliari sehen wir das erste mal Flamingos in freier Natur. In Gagliari, der Hauptstadt Sardiniens wartet heute ein Hotel der absoluten Spitzenklasse auf uns. Wir fühlen uns wie im Jahr 2200, so modern und futuristisch ist dieses Hotel gebaut.
Nach einem ausgiebigen Hotelrundgang speisen wir sehr gepflegt im Restaurant und verbringen anschließend den Abend an der Hotelbar.
Bei einigen schön gekühlte Mixgetränken und angenehmer Unterhaltung wird es heute etwas später. Die Gelegenheit in so einem tollen Luxushotel zu feiern haben wir schließlich nicht jeden Tag.
Am nächsten Tag beginnt die sechste Etappe etwas abenteuerlich. Wegen Bauarbeiten an einer Brücke müssen wir eine Umleitung fahren.
Wir fahren mitten durchs Gelände um wieder auf die richtige Route zu kommen. Wie man sieht, stehen heute auch kleinere Bachdurchquerungen auf dem Programm.
Da wir mit kleinen Fahradnavigationsgeräten ausgerüstet sind, fällt es uns nicht schwer unsere geplante Route wiederzufinden. Wir fahren jetzt ins Gebirge hinein. Mit 1800 Höhenmetern gibt uns diese Etappe einen kleinen Vorgeschmack auf die morgige Königsetappe.
Das heutige Etappenziel Aritzo ist eine Kleinstadt in den Bergen.
Bei einem Spaziergang am Abend sehen wir sehr liebevoll gestaltete Häuserfassaden mit wunderschönen Wandmalereien.
Als letzte und wichtigste Aktion des heutigen Tages, versuchen wir für die Königsetappe morgen, soviel wie möglich Kohlenhydrate zu "bunkern".
Bevor es heute über die höchsten Pässe von Sardinien geht, wird noch schnell ein Gruppenfoto geschossen.
Die Sonne meint es gut mit uns - wir haben deshalb trotz der Gebirgsluft auf 800m Höhe bereits am frühen Morgen anständige Temperaturen.
Die schwerste Etappe ist gleichzeitig auch die schönste unserer Sardinienrundfahrt. Der Anblick der Landschaft aus luftiger Höhe ist atemberaubend.
Wir fahren an Talsperren vorbei, an schneebedeckten Bergen, an Gebirgsbächen und treffen auch jede Menge Tiere unterwegs. Bewohner oder Autos sehen wir auf der Strecke allerdings so gut wie keine.
Mittag bekommen wir heute auf dem höchsten Pass von Sardinien - auf dem Arcu Correboi. Wir stärken uns hier noch für die restlichen 100km , die heute noch vor uns liegen.
Hier genießt Andrew den wohlverdienten Blick aus 1000m Höhe auf das Meer.
Andrew hat mit seinem Unternehmen Velotravel diese schöne Sardinienrundfahrt organisiert und betreut uns auf der Fahrt hervorragend.
An dieser Stelle ein Dankeschön und ein dickes Lob !
Nach einer langen Abfahrt erreichen wir am Abend Orosei. Heute steht nur noch Abendessen auf dem Programm. Voller Eindrücke und ziemlich geschafft geht es heute mal ausnahmsweise zeitig ins Bett.
Auf der letzte Etappe lernen wir im Gebirge noch ein Wetterphänomen kennen. Über die Berge schieben sich gewaltige Wolkenmassen - es sieht sehr bedrohlich aus.
Nach dem Motto Augen zu und durch geht es durch die Wolken hindurch, noch eine rasante Abfahrt hinunter und dann auf dem schnellsten Weg ins nächste Restaurant.
Es hatte angefangen zu regnen. In der Pizzeria war es dann so gemütlich, das wir keine Lust mehr hatten die restlichen Kilometer im Regen zu fahren.
Auf dem Tacho standen 1000km und das war ja schließlich auch genug.
Jana hatte trotzt Gipsarm alle Filmaufnahmen gut aufs Band gebracht. Daraus ist mittlerweile eine tolle DVD entstanden - auch Jana ein Dankeschön und ein dickes Lob !
In Olbia wird dann traditionell mit Sekt angestoßen. Zum Abschied gibt es noch einen anständigen italienischen Kaffee und dann geht es auch schon wieder schweren Herzens auf die Fähre Moby.
In der Nacht bringt uns die Fähre wieder Richtung Heimat. An Bord gibt es die Möglichkeit in sehr geräumigen Kabinen zu schlafen. Wir haben viele schöne Eindrücke zu verarbeiten und sind uns einig, das diese Sardinienrundfahrt noch lange als bestes Urlaubshighlight in Erinnerung bleiben wird.