Erlebnisbericht von Jana: 10km Lauf auf dem Nürburgring
Mein erster 10 km Lauf beim 29. Internationalen Nürburgring-Lauf am 01.08.2009
Es war überhaupt mein erster Lauf. Sonst sitze ich ja auf meinem Rennrad. Wegen einer Operation an meiner Hand, ging es eine Zeit lang nicht. Um aber zu trainieren, wollte ich mal was anderes ausprobieren, habe mir Laufschuhe gekauft und mit dem Laufen vor sieben Wochen begonnen. Erst mal nur um fit zu bleiben.
Ach ich möchte doch auch noch in diesem Jahr so gerne am Start stehen. Ich finde es einfach nur toll, erst kommt der Countdown und dann der Startschuss.
Mit welcher Disziplin gehe ich nur an den Start? Na klar, mit den Laufen. Somit habe ich mich für den 10 km Lauf angemeldet und nun gab es kein zurück mehr.
So, die Idee war geboren, bloß hatte ich nur noch drei Wochen Zeit für mein Training. Egal, für mich war wichtig, am Start zu stehen mit meiner Startnummer, es wird gezählt, dann der Startschuss und los geht es. Klar wollte ich nicht die Letzte sein. Ich habe mich auch mental sehr auf die Strecke vorbereitet und wollte die 10 km in 1:10:00 Stunde schaffen.
Ich hatte echt großen Respekt vor der Strecke. Ich war sehr auf meine neue Erfahrung gespannt, hatte gut trainiert und fühlte mich mental stark.
Nun war es endlich soweit. Am Freitag, ein Abend vor dem Lauf gab es traditionell unser großes Nudel Essen. Heiko und Karsten wollten das 140 km Jedermann Rennen auf dem Rennrad absolvieren.
Oh man war ich aufgeregt, nun noch alle Sachen zurecht legen und am Samstag um 6:30 Uhr ging es mit dem Auto los. Wir kamen gut vor ran und waren eine Stunde später auch schon dort.
Nun aber erst mal auf die Toilette, ach mir ging es gar nicht gut, mir war schlecht und ich hatte ganz weiche Beine. Aber Karsten und Heiko trösteten mich, das sei nur die Aufregung.
Hier sind nun meine Daten:
Platz 80 von 112 Frauen, ich habe 32 Frauen und 19 Männer hinter mir gelassen. Platz 14 in meiner Altersklasse.
Meine Zeit: 1:06:00h
Mein Durchschnittspuls war bei 170 Schläge pro Minute
mein max. Puls lag bei 190 Schläge pro Minute.
Am Ring war schon buntes Treiben und nachdem wir unsere Startunterlagen abgeholt hatten, ging ich zum Start. Mit dem Michelin-Männchen tanzte ich mich warm. Mein Start war um 9:05 Uhr und so waren Karsten und Heiko noch bei mir, denn ihr Start war erst um 13:03 Uhr. Dann endlich hatte das lange Warten ein Ende, noch schnell ein Küsschen und mein lang ersehnter Startschuss kam und ab ging die Post.
Durch unser gelbes Trikot habe ich Heiko schon von weitem mit Trinken in der Hand gesehen. Was habe ich mich gefreut. Er lief dann ein kleines Stück neben mir und meinte ich liege gut in meiner Zeit, ich bin jetzt 35 Min. unterwegs und ich schaffe mein Ziel.
Nun machte ich mich auf die zweite Runde, ich hatte ja nun die Strecke vor meinem Auge und wusste was noch auf mich zukommt.
Ich bin sehr gut mit meinem Rhythmus zurecht gekommen und hatte immer meinen Puls im Auge und der war gut. Bergab hatte ich das Gefühl da ist noch eine kleine Reserve.
Meine Beine liefen fast von alleine und ich überholte sogar noch welche. Aber dann bei km sieben meinte mein Körper nicht mehr so richtig zu wollen. Oh hatte ich zu kämpfen, ich hatte Seitenstechen und Rückenschmerzen. Ich sagte mir: „Komm jetzt nur noch drei km – kämpfe!“
Noch einmal die Zähne zusammen beißen, denn nach dem Anstieg kommt nur noch eine Kurve und dann das Ziel.
Irgend wann hörte ich eine Zeitdurchsage, rechnete schnell und sagte mir in 12 Min. schaffe ich es nicht bis zum Ziel. Auch ging es mir gar nicht so gut, mein Kreislauf wollte nicht mehr so richtig.
Ich war an meine Grenze gekommen und wollte langsam zum Ziel laufen. Den Berg hoch, zwei Frauen haben mich noch überholt. Ich sagt mir, ist egal, sie haben es eben verdient.
Ich wollte nur noch über die Ziellinie. Ich sah Karsten und Heiko schon, sie waren ca. 50m vor dem Ziel. Karsten rief: „Zieh durch!“ Plötzlich sprintete ich los, überholte die beiden noch und lief überglücklich ins Ziel und bekam dort meine Medaille, die ich so schnell nicht mehr ablegte.
Ich hatte es geschafft und war völlig fertig. Heiko sagt mir, ich sei unter 1:10:00h gelaufen. Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich war so stolz auf mich und einfach nur happy.
Karsten meinte, es war großartig, wie toll ich in meinem Rhythmus beide Runden mit der gleichen Zeit gelaufen bin.
Ein Tag später:
Oh man, was bin ich kaputt aber mehr als überglücklich. Meine Beine sind schwer wie Blei. Mir ging in der Zeit des Laufens so vieles durch den Kopf. Das kenne ich vom Rennrad fahren gar nicht, da muss ich mich mehr auf das Fahren, Schalten, Bremsen und die Strecke konzentrieren. Es war ein Wahnsinn´s tolles Erlebnis und ich muss das jetzt erst mal alles verdauen. Es war eine Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann, einfach nur toll!
Auch möchte ich mich bei Herrn Nüsser und seinem Team www.leistungsdiagnostik.de für die tatkräftige Unterstützung vor meinem Lauf bedanken. Karsten und ich, wir waren zur Leistungsdiagnostik bei Ihnen und ich wurde bis zu meinem Lauf von Ihnen betreut. Danke schön!
Jetzt werde ich mich ein paar Tage erholen und dann möchte ich am 06.09.2009 an der 30. Westerwald-Siegtal-Tour 111km mit meinem Rad fahren.
So nun ging es für Karsten und Heiko an den Start. Ich was so froh, das ich meinen Lauf schon hinter mit hatte. Ich wünschte den beiden noch viel Spaß und ging dann zur Massage. Das tat gut und nach der tollen Beinmassage da kam dann auch das Hämmerlein. Ich war platt aber hatte keine Zeit zum Ausruhen, denn ich musste meine beiden Männer mit Essen und Trinken versorgen und ihnen gut zureden. Der Planet brannte ganz schön und die letzten beiden Runden fielen mir genau so schwer wie den beiden. Heiko hatte nach der vierten Runde einen Krampf, ich habe noch versucht sein Bein zu massieren aber nach der fünften Runde ging es dann bei ihm nicht mehr. Karsten kam auch ziemlich ko ins Ziel. Er hat sein Ziel erreicht unter fünf Stunden zu fahren und war auch überglücklich. Er ist auf Platz 61 von 209 und in seiner Altersklasse auf Platz 23.
Unser Fahrradfreund Rico hat am 24h Rennen teilgenommen, wir haben ihm noch viel Erfolg gewünscht und dann ging es ab nach Hause. Es war für uns ein anstrengender, schöner und erfolgreicher Tag.
Mit meinem ersten Lauf, bin ich meinem großen Traum einen großen Schritt näher gekommen.
....Ich habe einen Traum: Ich möchte im September 2011 oben auf dem Kilimanjaro stehen.... Wenn mich jemand dabei unterstützen möchte, kann er sich gerne bei mir melden.
Ich hatte mich mit Karsten geeinigt, das ich so laufe, das mein Puls immer zwischen 175 und 180 liegt. Und was war, er schoss gleich auf 185 hoch also sagte ich mir, nimm einen Gang raus, ist doch egal, wenn sie mich alle überholen. Ich wollte die 10 km einfach nur schaffen und bin von da aus mein eigenes Tempo gelaufen. Auf der Strecke gab es alle km ein Schild, das hat mir gut getan, denn ich habe schnell gemerkt, das es sich viel, viel schwerer läuft, als im Training. Es war ganz anders als mit dem Rad, ich war alleine mit mir und meinen Gedanken, hatte so viel Platz und vor allem hatte ich viel Zeit. Ich brauchte ja „nur“ ein Bein vor das andere zu setzten, kein Schalten, kein Bremsen, kein Nichts „nur“ Laufen. Dann kam der letzte große Anstieg in der ersten Runde, oh man und dann die Hitze und ich hatte solchen Durst. Mir war von Anfang an mein Mund so trocken.