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Erlebnisbericht von Karsten: Jedermannrennen Nürburgring 2006 140km 2800hm
In den Jahren 1927, 1966 und 1978 fanden auf dem Nürburgring die Straßenweltmeisterschaften statt.
Am 28. August 1966 gewann der Mannheimer Rudi Altig auf dem legendären Nürburgring das wichtigste Eintagesrennen der Profis - Grund genug auf dieser traditionsreichen Rennstrecke mal ein Jedermannrennen mitzumachen.
Mit 72 Kurvenpassagen, 10km Anstieg und 12km Abfahrt in jeder Runde trägt der Nürburgring zu Recht den Namen "Grüne Hölle". Um es vorweg zu nehmen - dieses 140km Rennen sollte das härteste Stück Radsport werden, das ich bis dahin erlebt hatte...
Ich glaube das Höhenprofil muss ich nicht weiter kommentieren, außer ein paar hundert Meter beim Start und Ziel geht es nur steil bergauf und bergab. Um bei 140km Strecke 2800 Höhenmeter zusammenzubekommen, muss man sonst schon in die Alpen oder in die Pyreneen fahren.
Zusammen mit Volker hatte ich in der Eifel schon mal etwas trainiert, dieser Kurs war jedoch noch mal etwas ganz Neues und Besonderes.
Nach dem Start ging es in der ersten Runde mit Vollgas zunächst auf die Grand-Prix-Strecke. Dort hatte ich bei Kilometer 4,1 schon das erste mal fast 80km/h auf dem Tacho.
Über den Streckenabschnitt Flugplatz ging es dann zur schnellsten Abfahrt - zur "Fuchsröhre". Hier erreichte ich dann sogar eine Geschwindigkeit von 97km/h. Ein sagenhaftes Gefühl - Adrenalin pur !
Schnell war der tiefste Punkt der Strecke erreicht. In Breitscheid war dann Schluß mit der Geschwindigkeitsorgie. Es ging über "Bergwerk", "Kesselchen“, "Klostertal“ und "Karussell“ zur „Hohen Acht“. Jetzt war jeder froh, wenn die Geschwindigkeit etwas schneller als bei einem Fußgänger war.
Die Steigung wird nach dem "Karussel" richtig heftig. Die 17% Steigung zwingt hier teilweise selbst gestandene Männer zum Absteigen.
Nach "Brünnchen“, "Pflanzgarten“ und "Schwalbenschwanz“ ging es über die "Döttinger Höhe“ zurück zu Start und Ziel.
Nach dem Start und Ziel ging es durch das Fahrerlager. Hier standen Jana und Birgit mit der Verpflegung. Nun hieß es schnell eine Wasserflasche greifen, und die nächste Runde in Angriff nehmen.
Fahrzeit:
Geschwindigkeit:
Leistung:
Herzfrequenz:
Steigung:
Höhe:
Temperatur:
Rad am Ring 2006
04:48:49h
max: 97,0km/h
max: 589W
max: 177bpm
max: 18%
max: 659m
max: 27°C
mittel: 29,0km/h
mittel: 234W
mittel: 157bpm
mittel: 6%
mittel: 559m
mittel: 22°C
Bergrunter war eine hohe Konzentration und gute Fahrtechnik notwendig und bergauf war guter Kampfgeist gefragt, um gegen den inneren Schweinehund zu siegen.
Als 47. in der Gesamtwertung und als 21. in der Altersklassenwertung erreichte ich völlig erschöpft das Ziel. Im Ziel angekommen hatte ich das erste mal das Gefühl, wirklich alles gegeben zu haben. Die Ergebnisse werde ich wohl in den nächsten Jahren nicht mehr überbieten können.
Hier meine Werte aus dem HAC-4 Fahrradcomputer:






Nach jeder Runde fiel es immer schwerer die Anstiege zu bewältigen. Es gelingt auf dieser Strecke nicht einen vernünftigen Rhythmus zu finden. Die ständige Wechselbelastung verursachte bei vielen Teilnehmern Krämpfe.
Stand nach der ersten Runde noch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 36km/h auf dem Tacho, so wurde diese mit jeder Runde mindestens um 1km/h weniger. Das hohe Tempo der Spitzengruppe zu halten war einfach unmöglich. Überhaupt war es so gut wie garnicht möglich im Windschatten von anderen Fahrern etwas auszuruhen. Bergrunter waren die meisten Fahrer zu langsam und berghoch zu schnell.
So war ich zwar mit vielen anderen Fahrern gemeinsam auf der Strecke, es erinnerte trotzdem mehr an ein Einzelzeitfahren, wo jeder den Kampf mit sich selbst austragen musste.


Volker konnte mit einer Fahrzeit von 05:24:41h einen sehr guten 45. Platz in seiner Altersklasse erkämpfen. Jana hat sich von der Stimmung auf dem Nürburgring anstecken lassen will im nächsten Jahr auch bei diesem tollen Jedermann(frau)rennen mitfahren.