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Erlebnisbericht von Karsten: Raid Pyreneen 720km 12000hm
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Eine Radreise vom Atlantischen Ozean bis zum Mittelmeer über die Pyreneen hatten wir über Velotravel gebucht. Nachdem wir schon die Alpentour und die Tour de Corse erlebt hatten, waren die Erwartungen natürlich entsprechend hoch. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Auf uns wartete eine erlebnisreiche Fahrt durch eine wunderschöne Gebirgslandschaft...

Bevor es los ging hatten wir noch etwas Zeit. Jana und ich nutzten die Gelegenheit um im Atlantik ein Bad zu nehmen.

Raid Pyreneen 2007
Abends gingen wir dann noch ein wenig am Strand spazieren und entspannten uns noch etwas für den nächsten Tag. Im Mondlicht bot sich dieser schönen Blick zum Ozean:
Vor dem Start in Hendeye noch mal ein Gruppenfoto und dann ging es los in Richtung Pyrenneen. Die erste Etappe von Hendaye bis Gurmencon war mit 160km verhältnismäßig lang - es waren allerdings "nur" 1800hm zu bewältigen.
Nach genau 6 Stunden hatten wir diese Etappe mit den ersten kleineren Pässen, darunter der Col de Osquich mit 392m Höhe, geschafft.

Am zweiten Tag stand dann schon gleich die Königsetappe auf dem Programm. Der erste Pass nicht sehr hoch, aber sehr steil. Der zweite Pass sehr anspruchsvoll - ein richtig ausgewachsener Berg. Nach 100 Kilometern dann noch einen der legendären Tour de France Pässe den Col du Tourmalet. Ein hartes Stück Arbeit wartete auf uns.

Genau 144,08km und 3958 Höhenmeter waren zu absolvieren.

Jana hatte sich heute vorgenommen den Col de Aubisque zu bezwingen. Das war wohl Ihre erste große Erfahrung mit der Grenze der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Sprüche von Wolfgang Fasching wie: " Der Berg ist mein Freund " halfen die Strapazen bis zum Gipfel dieses Giganten durchzustehen.

Col de Marieblanque
1035m

Col de Aubisque
1709m

Col du Soulor
1474m

Col du Tourmalet
2115m

Auf dem Weg zum höchsten Pass dieser Tour dem Col du Tourmalet erlebte ich dann ebenfalls diese Grenzerfahrung.

Der Mann, der dort am Drachensegler hing, hatte sich in diesem Fall das bequemere Verkehrsmittel ausgesucht um an Höhe zu gewinnen.

An einigen Stellen konnte ich mir von oben noch mal ansehen, wo ich schon überall lang gefahren war. Das ging bis etwa 1800 Meter Höhe ganz gut. Dann ging es hinein in die Wolken. War es am Fuß des Berges noch unheimlich heiß (über 30°C), so wurde es jetzt schlagartig kalt.
Die Temperatur sank auf 11°C fühlte sich aber noch wesentlich kälter an. Das Denkmal auf dem Gipfel des Tourmalet war im Nebel kaum noch zu erkennen.
Oben auf dem Pass gab es dann auch keinen langen Aufenthalt mehr - nur noch Jacke an und wieder hinab in wärmere Regionen. Nach einer Fahrzeit von 07:39:40h kam ich dann völlig erschöpft aber zufrieden und glücklich in St. Marie de Campan an.

Am nächsten Tag starteten wir bei zunächst eisiger Kälte zur 3.Etappe über 169km nach Massat. Mit 4 Pässen und ca. 3000 Höhenmetern eigentlich schon wieder eine Königsetappe.

Schon auf dem Weg zum Col de Aspin wurde es dann schnell warm. Strahlend blauer Himmel und eine kristallklare Luft erlaubten eine wunderbare Fernsicht.

Auch diese Kuh hier fand den Blick auf die Landschaft offensichtlich interessanter als uns Radlern beim Bergauffahren zuzusehen.

Auf der heutigen Strecke waren immer wieder tolle Landschaftsbilder zu sehen - eines schöner als das andere.
Der Anstieg zum Col de Peyresourde auf 1569 Meter Höhe war sehr gut zu fahren.

Es gab immer etwas zu sehen und so war die gefühlte Anstrengung geringer als zum Beispiel gestern.

Oben auf dem Pass gab es dann vor einer Holzhütte ein paar Crepes. Vor der Holzhütte standen Stühle und Tische.
Die Sonnenstrahlen luden uns zu einer kleinen Pause ein.

Nach der langen Abfahrt vom Col de Peyresourde gab es noch einen kleinen Pass, den Col de Buret zu überwinden.

Anschließend ging es dann hinauf zum letzten Pass der heutigen Etappe zum Col de Portet d' Aspet.

Dieser Berg hatte 1995 traurige Berühmtheit erlangt, als Fabio Carsartelli bei der Tour de France auf der Abfahrt gegen einen Begrenzungsstein prallte und tödlich verunglückte.

Ein Denkmal erinnert heute an diesen tragischen Unglücksfall.

Der Col de Portet d' Aspet war überhaupt etwas eigenartig. Die Steigungsprozente wechselten sehr schnell ihre Werte. Mal waren es nur 3% , dann auf einmal 16% und zweimal zeigte mein HAC4 sogar 20% Steigung.

Nach vielen Eindrücken und Erlebnissen hatten wir die heutige Etappe dann in einer Fahrzeit von 07:31:40h erfolgreich absolviert.

Auf der heutigen 4.Etappe ging es noch einmal hinauf auf 2000m Höhe.

Nach dem Col de Port stand der Col de Pailheres auf dem Programm.

Ein gigantischer Pyreneenpass. Zusammen mit Roland fuhr ich diesen Pass mit 19km Länge und 1281 Metern Höhendifferenz hinauf.

Durchschnittlich 6,75% Steigung und 9,60% maximale Steigung.

Wir waren allerdings froh, das wir diesen Pass nicht andersrum fahren mussten:

Eine Wahnsinns Abfahrt lag vor uns. Ich muss gestehen die Angst fuhr mit. Die Abfahrt war so steil, das ich Angst hatte in der nächsten Serpentine nicht mehr genug bremsen zu können. Ich traute mich kaum schneller als 30km/h zu fahren.

Jana hatte mit der Kamera aus dem Auto die Abfahrt gefilmt. Sie berichtete mir kurze Zeit später, das Sie das Filmen unterbrechen musste, weil die Sicht in die Tiefe nicht mehr zu ertragen war. Sie war froh, das Sie sich entschlossen hatte, erst in der Hochebene Ihre heutige Tour zu beginnen.

Es war schon irgendwie verückt. Da fuhren wir sehr lange eine Abfahrt hinunter und anschließend waren wir immernoch so auf 1400 Metern Höhe.
Hier in dieser landschaftlich sehr schönen Hochebene fuhr ich dann zusammen mit Jana und Roland, vorbei an einem Stausee, dem Col de la Quillane entgegen.

Eine endlos lange Abfahrt führte uns anschließend nach Prades.

Wir hatten 158,52 Kilometer in einer Fahrzeit von 07:59:55h zurückgelegt und freuten uns auf unser Hotel.

Hier in Prades roch es schon nach Mittelmeer.

Wir hatten jetzt noch Gelegenheit im Hotelpool zu Baden.

Ein erlebnisreicher Tag fand so einen würdigen Ausklang.

Die fünfte und letzte Etappe führte uns von Prades nach Cerbere zum Mittelmeer.

Es ging heute fast nur noch bergab. Die Fahrt an der Mittelmeerküste entlang war natürlich wieder eine Augenweide.


Jana war gut in Form und fuhr mit dem Gedanken gleich am Ziel zu sein sogar den Jungs davon.
Wir haben es geschafft 18 Pässe verteilt auf 720km liegen hinter uns.

Eine sehr schöne Tour geht zu Ende. Alle sind gesund und wohlbehalten auf dem Fahrrad im Ziel angekommen.

Am Ziel wird zum Abschluß dieser großartigen Tour mit Sekt auf den Erfolg angestoßen.

Noch ein Bad im Mittelmeer und dann geht es auch schon weiter zum nächsten Abenteuer.

Der Mont Ventoux wartet schon auf uns...