www.team-einklang-hennef.de
Erlebnisbericht von Karsten: Gerolsteiner Marathon 204km 3800hm
Beim Gerolsteiner Tourfestival finden an einem Wochenende gleich mehrere Radsportwettkämpfe statt. Zur Auswahl standen ein Einzelzeitfahren und Manschaftszeitfahren, das Sprintrennen, die Junior Race und schließlich am Sonntag der Radmarathon mit Längen von 52km, 119km, 161km und 204km. Jana und ich waren in diesem Jahr schon zum zweiten mal beim Gerolsteiner Marathon am Start. Jana hatte sich für die 52km Runde entschieden, bei Walter und mir stand die 204km Strecke auf dem Programm. Allein zum Marathon hatten sich über 1500 Teilnehmer aus mehreren Nationen u.a. Belgien, Niederlande, Schweiz und natürlich Deutschland angemeldet.
Fahrzeit:
Geschwindigkeit:
Leistung:
Herzfrequenz:
Steigung:
Höhe:
Temperatur:
Gerolsteiner Marathon 2008
06:47:31h
max: 73,0km/h
max: 470W
max: 179bpm
max: 13%
max: 641m
max: 14°C
mittel: 29,98km/h
mittel: 210W
mittel: 156bpm
mittel: 4%
mittel: 504m
mittel: 10°C
Zunächst einmal hieß es aber am Samstag:
Start frei für die Radsportpremiere von Marcel über 20km bei der Junior Race.
Wir waren bei Marcels Start mehr aufgeregt, als bei unserem eigenen Rennen. Innerhalb der 20km Strecke galt es immerhin 264 Höhenmeter zu überwinden - mehr als ein Drittel der Strecke ging es bergauf. Diese 20km in weniger als einer Stunde zu bewältigen war das große Ziel.
Gegen die junge internationale Radsportelite anzukämpfen war natürlich eine schwere Aufgabe für Marcel. Es war erstaunlich auf welch hohem professionellen Niveau schon in der Schülerklasse gefahren wird.
Marcel kämpfte hervorragend und so erreichte er zwar völlig erschöpft, aber überglücklich bereits nach 46:54min das Ziel. Das war immerhin eine Durchnittsgeschwindigkeit von 26km/h - bei diesem Höhenprofil eine hervorragende Leistung, die ihn auf den 14.Platz in der Altersklasse 14-15 Jahre brachte.
Am Ziel gabs eine Urkunde und Medaille und natürlich die Glückwünsche vom Team Einklang-Hennef.
Am Sonntag hieß es dann um 6.00 Uhr aufstehen, gut frühstücken und die Wetteraussichten ignorieren.
Traditionell regnete es natürlich am Sonntag Morgen. Wetter + 204km + 3800 Höhenmeter ergaben einen Marathon, der seinen Namen verdiente.
Das Höhenprofil erinnert schon fast an eine Alpenetappe. Die Berge sind hier in der Eifel natürlich nicht so hoch wie in den Alpen - die Höhenmeter zusammen addiert, sind aber durchaus mit 3 Alpenpässen zu vergleichen.
15 Minuten vor dem Start hatten sich bereits über 1000 Radsportler und Radsportlerinnen am Start aufgestellt und es war schwierig zum Startblock A vorzukommen in dem ich diesmal starten durfte. Walter startete im Block B und Jana im Block C.
Pünktlich um 8:00 Uhr fiel der Startschuß. Zwei Radprofis vom Team Gerolsteiner und deren Chef fuhren an der Spitze des bunten Fahrerpulkes. Es dauerte eine ganze Weile bis ich mich nach vorne durcharbeiten konnte.
Nach ein paar Kilometern ging es über einen ziemlich schmalen Wirtschaftsweg. Diese Streckenführung löste bei den meisten Beteiligten nicht gerade Freude aus. Nach der Durchquerung dieser Engstelle wurde dann richtig Tempo gemacht. Ich wollte versuchen, solange wie möglich vorne mitzufahren, was mir diesmal zumindest in der ersten Stunde sogar gelang. Anbetracht der Tatsache, das noch sehr viele Kilometer vor mir lagen war es dann aber vernünftiger die Profis und Semiprofis fahren zu lassen um das eigene Tempo zu finden.
Das Wochende in Gerolstein war wieder mal ein tolles Erlebnis, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Zum Abschluss wie immer die Daten aus meinem
HAC4-Fahradcomputer:









Einen großen Teil der Strecke fuhr ich mit 3 Fahrern zusammen, die sich die 119km Strecke ausgesucht hatten. Diese fragten mich, ob ich mir das mit den 204 Kilometern denn auch richtig überlegt hätte. Natürlich hatte ich das, obwohl die Kilometer langsam anfingen immer länger zu werden.
Es hatte jetzt zwar aufgehört zu regnen, die Straße war aber noch naß und die Temperaturen lagen auf 600m Höhe gerade mal bei 9°C. Ich war froh zwei Trikots übereinander gezogen zu haben.
Die 3 Fahrer mit den 119km auf der Startnummer waren nun bereits zum Ziel abgebogen und ich hatte noch zwei schwere Runden vor mir.
Es formierten sich immer wieder kleine Grüppchen - wir versuchten durch abwechselnde Führungsarbeit schneller und kraftsparender vorwärts zu kommen.
Bei der Suche nach Startnummern mit der 204km Distanz staunte ich auf einmal nicht schlecht als eine junge Frau an mir vorbei fuhr, die sich auch die längste Strecke ausgesucht hatte.
Es war Mechthild vom Team Lexxi, sie hatte schon das Einzelzeitfahren und das Mannschaftszeitfahren gewonnen und fuhr nun ganz locker noch mal den 204km Marathon mit und war gerade dabei diesen in der Frauenwertung auch zu gewinnen- unglaublich.
Mit noch einigen Fahrern der 204km Distanz fuhren wir eine ganze Weile zusammen. Es wurden allerdings immer weniger, die mithalten konnten. Die lange Strecke mit den vielen Höhenmetern war immer schwieriger zu bewältigen.
Die letzte Runde hatte begonnen. Uns kam es so vor als ob die Berge, die wir ja schon aus den vergangenen Runden kannten steiler geworden waren.
An der letzten Verpflegungsstelle konnte ich vorbeifahren, weil ich in den Trikottaschen genügend Kuchen "gebunkert" hatte. Marcel hatte schon damit gescherzt ich würde eine ganze Bäckerei auf dem Rücken spazieren fahren.
Diese Bäckerei gab mir auf der Strecke allerdings die notwendigen Kohlenhydrate, denn ich sollte insgesamt bei diesem Marathon 9556kcal verbrauchen.


Jetz ging es auf dieser landschaftlich sehr schönen Strecke nur noch ein paar mal bergauf und bergab. In Gerolstein wartete dann, als waren es noch nicht genug Berge, noch ein kleiner giftiger Anstieg auf uns.
Nach 06:47:31h erreichte ich mit einem fast 30-iger Schnitt das Ziel und war sehr zufrieden mit meiner Leistung. Bei diesem Streckenprofil weniger als 7 Stunden zu fahren, hätte ich mir eigentlich selbst nicht zugetraut. Das war über eine halbe Stunde weniger als im letzten Jahr - eine tolle Verbesserung die diesmal für den 14.Platz gereicht hat.
Jana konnte sich bei den Damen gegenüber dem Vorjahr gleich um zwei Plätze auf den 21. Platz verbessern. Walter erkämpfte in seiner Altersklasse ebenfalls einen hervorragenden 21.Platz.
Herzlichen Glückwunsch !